Powervolle Hagebutte

HagebuttenteeIch war bis jetzt genau einmal in meinem Leben im Krankenhaus. Damals war ich neun Jahre alt und die Ärzte entfernten meine Mandeln. Ich hatte fürchterliche Angst davor. Einzig und allein die Aussicht auf das Eis nach der Operation hat mich ein wenig beruhigt und getröstet. Die Portion fiel dann allerdings recht klein aus. Aber das nur nebenbei.

Tief eingegraben in meinem Gedächtnis hat sich noch etwas anderes: der Tee, den mir die Schwestern anboten. Den gab es nämlich bei uns zu Hause nicht. Ich konnte wählen zwischen Pfefferminz- und Hagebuttentee. Ich bevorzugte jedes Mal das rote Getränk. Ich glaube, damals hat mir die Farbe einfach besser gefallen. Dabei war er gar nicht richtig dunkelrot, sondern eher hellrot. Aber er hat mir richtig gut geschmeckt. 

Und das ist auch heute noch so. Heute trinke ich ihn nicht nur wegen des Geschmacks gerne, sondern weil ich in der Zwischenzeit weiß, was für ein kraftvolles Getränk Hagebuttentee ist.

Ein Männlein steht im Walde …

Hagebutten sind meist die Früchte der Hundsrose. Sie wird auch Hagrose genannt. Der lateinische Name lautet Rosa Canina. Die Bezeichnung „Hund“ kennzeichnet den Unterschied zur edlen Kulturrose.

Hagebutte der KartoffelroseAber auch allen anderen Rosen wie zum Beispiel Kartoffel-, Gebirgs- oder Weinrose bilden Hagebutten, die du essen kannst. Sie haben unterschiedliche Formen. Die Früchte der Kartoffelrose zum Beispiel sind ganz dickbauchig.

Du findest die roten Männlein an Waldrändern, in lichten Wäldern, in Hecken oder Gebüschen. Die Früchte lassen sich normalerweise im September und Oktober ernten. Aber heuer findest du noch einen guten Bestand im November. Die beste Zeit zum Pflücken ist, wenn die Hagebutten reif und rot, aber noch fest sind. Dann ist der Vitamin C-Gehalt am höchsten.

Wirkungsvoller als Zitronen

Hagebutten voll wertvoller InhaltsstoffeDie reifen Früchte liefern mehr Vitamin C als Zitronen und sind damit besonders in der Erkältungsanfälligen Zeit besonders wertvoll. So kannst du dein Immunsystem ganz einfach stärken. 8 Gramm Hagebutten decken bereits den Tagesbedarf eines Erwachsenen.

Außerdem sind Hagebutten reich an 

  • den fettlöslichen Vitaminen A, E, K 
  • verschiedenen wasserlöslichen B-Vitaminen  
  • den sekundären Pflanzenstoffen Anthocyane und Karotinoide
  • ätherische Ölen
  • Fruchtsäuren 
  • Pektine 

Und ganz wichtig für alle, die Probleme mit dem Bewegungsapparat haben: Hagebutten enthalten einen Stoff namens Galaktolipid. Er sorgt dafür, dass die Gelenke beweglicher werden und die Schmerzen abnehmen.

Der Reichtum an diesen wertgebenden Inhaltsstoffen und die Armut an Fett helfend dir beim Abnehmen. 100 Gramm Hagebutten enthalten gerade mal 95 Kilokalorien, decken damit aber ein Drittel des Tagesbedarfs an Vitamin E. Dieses Vitamin wirkt entzündungshemmend. Es ist in den Membranen jeder einzelnen Zelle vorhanden und schützt diese vor schädlichen Einflüssen. Nimmst du zu wenig davon auf, kann es zu Seh- und Koordinationsstörungen sowie zur Erkrankung des Nervensystems führen. 

Wohlschmeckendes Heilmittel

HagbuttenpulverBereits in der Antike erkannten die Menschen die heilende Wirkung der roten Früchte. Hagebuttentee hat zwar keine Wirkung auf den Bewegungsapparat. Das dafür verantwortliche Galaktolipid wird nämlich bei 40 °C zerstört. Aber er stärkt nachweislich das Immunsystem und steigert damit die Abwehrkräfte. Wenn dich die Erkältung oder auch ein grippaler Infekt trotzdem erwischt hast, kannst du den roten Tee trinken und kommst schnell wieder auf die Beine.

Das getrocknete Hagebuttenpulver findet seinen Einsatz vor allem bei Rheuma und Gelenkarthrose. Es lindert die Schmerzen und verbessert die Gelenkbeweglichkeit.

Leckereien aus Hagebutten

Getrocknete HagebuttenAus den roten Früchten lassen sich allerlei Leckerbissen herstellen: Mus, Marmelade, Gelee, Fruchtessig, Punsch, Likör oder Wein.

Um Hagebuttenmus zu erhalten, musst du die reifen, aber noch festen Früchte aufschneiden, die Kerne und Härchen mit einem spitzen Messer entfernen. Dann kannst du die ausgehöhlten Fruchthälften in Wasser oder Apfelsaft kochen. Sobald sie weich sind, mixt du die Masse mit einem Pürierstab.

Wenn du eine Küchenmaschine mit Fleischwolf mit Passiervorsatz hast, kannst du die ganzen Früchte hineingeben. Der Fleischwolf zerquetscht sie. Der Passiervorsatz trennt das Hagebuttenmark von den Kernen.

Oder du kochst die ganzen Hagebutten in Wasser weich und trennst Kerne und Mark mit einem Passiergerät, der sogenannten flotten Lotte. Du kannst auch die Masse durch ein Sieb streichen. Aber das ist ganz schön mühsam.

Noch einfacher geht es, wenn du fertiges ungesüßtes Hagebuttenmark kaufst.

Wehrhafte Hecken

Hagebutten-HeckeIn früherer Zeit hatten die Heckenrosen noch einen weiteren Vorteil. Sie bildeten gemeinsam mit Weißdorn- und Schlehensträuchern einen natürlichen Zaun für die Dörfer und das Vieh. Dieser schützte nicht nur vor der Winderosion, sondern auch vor Eindringlingen. Zudem boten diese dichten Hecken Nahrung und Unterschlupf für allerlei Nützlinge. Nicht zu vergessen: Sie dienten auch als Vorratsquelle für die Dorfbewohner. 

Dass es ab dem  sechsten Jahrhundert den Beruf „Heckenmeister“ gab, zeigt, wie wichtig diese stacheligen Naturzäune waren. Die Heckenmeister kümmerten sich um die Pflege des schützenden Walls.

Zu den wehrhaften Heckenbüschne zählt auch der Sanddorn. Hier erfährst du mehr über den dornigen Gesellen: https://essen-einfach-anders.de/sanddorn/

 

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